Lehrer die uns beeinflussten – als Musiker und als Menschen: Die Pianistin Beth Levin erinnert sich an Leonard Shure.


Mit zwei wichtigen Zweihundertjahrfeiern in diesem Jahr – dem von Chopin und Schumann – sollte man denken, dass alle anderen Jubiläen vernachlässigt würden.

Die Freunde, Studenten und Bewunderer eines Mannes, der hundert Jahre jünger ist, haben ihren Schwerpunkt auf den hundertjährigen Jahrestag ihres verstorbenen und geliebten Mentoren und angesehenen Professoren am New England Konservatorium Leonard Shure gesetzt.

Am 24. Juli wird Jerome Rose, künstlerischer Leiter vom “International Keyboard Institute and Festival’ der Mannes School of Music und ehemaliger Schüler von Shure selbst die Bühne für eine Folge von Aufführungen eröffnen, die von Shure Schülern zur Erinnerung an ihren Lehrer aufgeführt werden.

Unter den Shure Schülern, die an den bevorstehenden Gedenkveranstaltungen teilnehmen, sind eine Reihe versierter Künstler, einschließlich von Jerome Rose, Ursula Oppens, David del Tradici, Victor Rosenbaum, Phillip Moll, Beth Levin und Ted Shure. Das Festival wird auch Meisterklassen wie auch eine Tagung zum Vermächtnis von Leonard Shure umfassen – zeitlich passend zur vom New England Konservatorium geplanten Veröffentlichung einer CD mit Shure Aufführungen über einen Zeitspanne von 15 Jahren.

“Am Ende dieses Jahres .. wird die allgemeine Öffentlichkeit wieder einmal seinen Arbeiten hören können,” sagt Ted Shure, sein Sohn und Schüler.

Es ist wirklich an diesem Pianisten und Lehrer erstaunlich, dass selbst in dem von Konkurrenz gekennzeichnetem Feld von Auftritten, es ihm möglich war, die Wichtigkeit einer Gemeinschaft zu vermitteln, was daran deutlich wird, dass die Schüler nicht nur ihm gegenüber sondern auch gegenseitig Zuneigung empfinden.

Für Beth Levin, die einen Satz von Bethoovens ‘Diabelli Variationen’ bei der Gedenkveranstaltung aufführen wird, ist es diese Eigenschaft, die einen anhaltenden Einfluss auf ihr persönliches und berufliches Leben hatte.

“Am tiefsten fühle ich mich Musikern verbunden, die ich traf, während ich bei Shure studierte” sagte sie.” Um nur einige zu nennen: Dan Gorgoglione, Tony Tommasini, David Del Tredici, Ted Shure, Claudia Stevens, Eliane Lust, Sara Steinhardt, Gary Fisher, Benjamin Zander … alles fantastische Musiker. Und dabei lasse ich viele aus.”

Zusätzlich zu der Erleichterung persönlicher Kontakte unter den Schülern hatte Shure auch ein Gefühl für die individuellen Bedürfnisse und die musikalische Entwicklung seiner Studenten. Levin erinnert sich noch daran, ihn das erste Mal am Boston Konservatorium zu treffen, aufgrund einer Empfehlung eines ehemaligen Lehrers:

Im Gunde klopfte ich an Herrn Shures Tür an and er bat mich herein. Ich began, für ihn zu spielen und er schlug vor, sofort anzufangen. Eine Sache an der wir arbeiteten war das Brahms D Moll Klavier-Konzert. Für mich verkörperte Shure die höchsten Ideale des Muszierens. Er war zugänglich und liebenswürdig. Als ich mich darauf vorbereitete, das Brahms Konzert aufzuführen, hatte ich immer das Gefühl, wie sehr ihm daran gelegen war, dass ich die Musik verstand und Erfolg haben würde. Eines Tages sagte er einfach zu mir: “Du bist soweit.”

Bevor sie nach Boston zog studierte Levin, die in Philadelphia geboren und aufgewachsen war, am renommierten Curtis Institut bei Rudolf Serkin. Es war ihr Privatleben, das sie am Ende zu Shure führte.

Ich hatte bei Rudolf Serkin studiert und war kurz davor zu heiraten und nach Boston zu ziehen. Serkin schlug mir Shure als möglichen Lehrer vor – vom Regen in die Traufe, könnte man sagen.

Vergleicht man die beiden Männer, empfand Levin beide, was ihre Interpretation von Musik betrifft, auf ähnliche Art und Weise orthodox.

Ich weiß nicht mehr, wer von ihnen der Partitur treuer folgte Serkin oder Shure, aber die Partitur einer Schubert oder Beethoven Sonate war ihre Bibel. Herr Shure antworte einem nicht einfach – vielmehr würde er einen fragen “warum” und er erwartete von einem mit einer Lösung aufzuwarten, wie man eine Partitur auf ein bestimmte Weise spielt.”

Als aktive Konzertkünstlerin, aber auch als Familienfrau fand Levin einen Weg, beide Welten auf harmonische Weise miteinander zu verflechten. Sie war in Boston verheiratet und hatte Kinder und dennoch reiste sie weiterhin und trat professionell auf.

“Mein Kinderwunsch und mein Wunsch zu spielen waren ein so starker innerer Antrieb, dass ich einen Weg finden musste, diese in die Tat umzusetzen. Nun sind meine Kinder selbständig, aber als sie noch kleiner waren, empfand ich zweifellos die Doppelbelastung von Familie und Beruf.”

Ein weiterer Umzug brachte den Einfluss eines anderen Lehrers mit sich.

Brooklyns Dorothy Taubman, die Klavierlehrerin, die durch ihre der grundlegenden Prinzipien einer “wunderbaren” natürlichen Klaviertechnikzu Ruhm kam, wurde Levins letzte Lehrerin. Was als Zufall began, wurde zu einer fünfjährigen dauernden engen Beziehung und führte Levin zufolge in eine andere Richtung in der Entwicklung ihrer Klavierfertigkeiten während ihrer ‘Wanderjahre’, einer Zeit des Auskundschaftens. Obwohl Levin keine Verletzung hatte, wusste sie von Taubmans Ruf selbst Pianisten mit schweren Verletzungen durch den heilenden Taubman Ansatz helfen zu können. Aber Levin blieb bei ihr wegen dieser Einsichten:

”Eines Sommers nach den Jahren mit Shure bereitete ich mich vor, Beethovens ‘Waldstein Sonate’ beim Beethoven Festival auf Long Island zu spielen, wo Dorothy am gleichen Wochenende eine Meisterklasse gab. Ich spielte für sie und wurde ihre Schülerin. Es half, dass ich zu dieser Zeit in Park Slope in Brooklyn lebte, nur ein paar Blocks von der alten Dame entfernt. Ich hatte fünf gute Jahre mit ihr. Bis dahin hatten meine Lehrer sich hauptsächlich mit der Interpretation einer Partitur beschäftigt. Sie aber analysierte das “wie” als Wissenschaft und machte aus den Lektionen eine lebensverändernde Erfahrung. Nichts entkam ihrem suchendem Gemüt und das vermittelte sie auch ihren Schülern.”

Beth Levins Erfahrungen gewähren einen faszinierenden Insider Einblick in die unterschiedlichen Einflüsse, die verschiedene Lehrer auf die Entwicklung am Klavier ihrer Schüler ausstrahlen.

Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich in der Ausbildung eines Pianisten viele unterschiedliche Lehrer und viele unterschiedliche Einflüsse zu finden, wie im Falle Levins, von einflusreichen und gefeierten Lehrern, die selber eigene Persönlichkeiten sind.

Sie alle bilden – selbst manchmal durch im wesentlichen gegenteilige Botschaften – eine persönlichen Perspektive. In den besten Fällen ist diese Einwirkung aus persönlicher Sicht und aus einer Piano Perspektive endlos wertvoll und fruchtbar. Mit jedem Auftritt werden werden persönliche und bestimmte Entscheidungen neu getroffen.

Es gibt grosse Pianisten, die ihre Musikkarrieren dank der Inspiration und geduldigen Unterstützung geformt haben und das manchmal trotz des Einflusses ihres Lehrers.

Neben ihren Auftritten als Solistin und Kammermusikerin, ist Levin selber Lehrerin am Brooklyn Konservatorium. Über das Lehren sagt sie: “Ich habe eine kleine Klasse von Studenten. Das Unterrichten ist in der nobelsten Tradition und auch all meine Lehrer traten auf. Ich denke das ist ein entscheidender Teil musikalischen Lebens.”

Als Künstlerin im “Music from Marlboro” Programm (eines Ablegers der Marlboro Music School und Festival und dem Curtis Institut) hat Levin mit dem Pianisten Paul Badura-Skoda, dem Violinisten Sandor Vegh, dem Gründer des angesehenen Vegh Quartetts und dem Bassisten Julius Levine zusammengearbeitet.

Sie trat an an anderen Kammermusikveranstaltungsorten auf und begleitete Raphael Hillyer vom Juilliard Quartet und die Flötistin Paula Robinson.

Schon mit Anfang zwanzig trat sie als Konzertpianistin mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Arthur Fiedler, dem Seattle Symphony unter der Leitung von Milton Katims und der Boston Philharmonic unter der Leitung von Benjamin Zander auf. Sie gründete das Trio Borealis mit dem sie zehn Jahre spielte und reiste ausgiebig durch Spanien, Island, Serbien und die Türkei. Sie gab Rundfunkinterviews, trat für das öffentliche Radio in New York, Chicago und Boston auf und leitete Meisterklassen an der New York University und dem College of William and Mary.

Im New Yorker Raum hat sie Klavierabende am Lincoln Center for Performing Arts, an der Steinway Hall, dem Yamaha und dem Metropolitan Museum of Art gegeben.

Richard Dyer vom Boston Globe kommentierte recht zutreffend, sie sei eine Auftrittskünstlerin, die – über viele Jahre – eine Reihe von Kritiken bekommen habe, die ihre musikalische Reise begleiteten:

“Über die Jahre hat sich Levin verändert. Die Flamme brennt immer noch mit derselben Intensität, aber nun gibt es warmes und auch blendendes Licht.”

Zum Abschluss sagt sie sowohl zurückschauend als auch mit einem positiven Blick auf die Zukunft: “Die Jahre der Zusammenarbeit mit Shure haben mein Leben verändert und wann immer ich ihn spielen höre, erinnere ich mich an die Zeiten und an seine kompromisslose, liebenswerte Gegenwart.

Ich hoffe das die Erinnerung an diesen Moment, seinen 100. Geburtstag ein Wiederaufleben seiner Kunstfertigkeit auslösen wird.”

Im Jahre 2008 zeichnete sie Bachs Goldberg Variationen auf, die bei Centaur Records herauskamen und nun plant sie einen Reihe von Auftritten und eine Aufnahme von Beethovens ausgeweitetem Spätwerk, den ‘Diabelli Variationen’ die am Ende dieses Jahres bei Centaur Records herauskommen werden.

Sie wird einen Teil der Variationen im Rahmen eines Klavierabends bei Bargemusic am 2. July spielen HYPERLINK “http://www.bargemusic.org/calendar.html” http://www.bargemusic.org/calendar.html

und am 24. July eine andere Reihe der Variationen zur Leonard Shure Gedächtnisfeier an der Mannes School of Music aufführen.  HYPERLINK “http://www.ikif.org” http://www.ikif.org

Die Gedenkfeier beim Festival wird Meisterklassen, eine Sitzung zum aufgezeichnneten Vermächtnis von Leonard Shure, ein Colloquium und ein Galakonzert umfassen, dass Auftritte seiner ehemaligen Schüler bietet, einschließlich von Jerome Rose, David del Tredici, Urusla Oppens, Victor Rosenbaum, Phillip Moll, Ted Shure und Beth Levin.

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